Freizeit : "Easyfootballer" aus Herne schießen auf skurrile Ziele
Herne. Vier Jugendliche aus Herne schießen den Fußball nicht ins Tor, sondern auf skurrile Ziele überall im Ruhrgebiet. Ihr Hobby nennen sie „Easyfootball”, und das ist jetzt auch im Internet auf Youtube zu sehen.
Fußball spielen Christoph Wischinski, Marcel Kurek, Chris Krämer und Tim Waschof gerne. Aber sie schießen mit dem Leder nicht auf Tore. Die vier Schüler suchen sich außerhalb des Sportplatzes Ziele, in die sie den Ball hineinschießen können. Das kann eine Mülltonne sein oder ein offenes Fenster. „Easyfootball” nennen die vier Herner das. Die Videos ihrer zahlreichen skurrilen Kunstschüsse sind auf Youtube zu sehen.
Mit offenen Augen gehen Christoph, Marcel, Chris und Tim durch die Gegend. Sie haben einen anderen Blick für die Umwelt als andere Menschen. Denn sie sind immer auf der Suche nach neuen Zielen. „Wie wäre es, wenn wir den Ball auf eine Boje im Kanal schießen?”, fragt Christoph. Und schon bauen die vier Schüler eine Kamera auf – und los geht's. Marcel springt ins Wasser. Irgendjemand muss den Ball ja nach Fehlschüssen wieder an Land bringen. „Das war ganz schön kalt”, sagt der 16-Jährige. Seine Freunde schießen immer wieder auf die Boje, bis einer trifft und die Szene im Kasten ist. Mitunter kann so etwas schon mal zwei Tage dauern.
Sechs Wochen Produktionszeit
Die ganzen Sommerferien haben die vier Schüler – Christoph, Marcel und Chris gehen aufs Pestalozzi-Gymnasium, der 16-jährige Tim auf die Erich-Fried-Gesamtschule – investiert, um ihr erstes Youtube-Video zu produzieren. „Sechs Wochen für ein fünfminütiges Video, das ist schon eine Menge Arbeit”, sagt Chris. Auf die Idee gekommen sind die vier Herner, als sie die Pro 7-Sendung „Galileo” gesehen haben. „Da hat jemand versucht, eine Zahnbürste in einen Becher zu werfen. Da dachten wir, das können wir auch mit einem Fußball”, erzählt Christoph (17).
Und die vier Fußball-Fans machten sich mit dem Fahrrad auf durchs Ruhrgebiet und suchten nach skurrilen und passenden Orten, an denen sie den Fußball kunstvoll platzieren konnten. Sie sind fündig geworden. Überall: Auf Spielplätzen, Baustellen, an Gasometern, Straßen und freien Wiesen.
Als Belohnung für ihre viele Arbeit, die sie in ihr Projekt „Easyfootball” stecken, erhielten sie jüngst eine Einladung vom ZDF ins Aktuelle Sportstudio. Marcel durfte sogar gegen Snowboard-Olympiasieger Shaun White an der Torwand antreten. Und gewann. „Das war ein tolles Erlebnis”, sagen alle vier. „Der war total nett, hat uns von seiner eigenen Halfpipe in den USA erzählt und uns seine Goldmedaille gezeigt.” Vier Herner und ein Superstar.
Nichts ist gestellt
Zurzeit produzieren die vier Easyfootballer ihr zweites Video. Direkt nach Schulschluss geht es jeden Tag an die Dreharbeiten. Und vielleicht treten die Jungs dann wieder im ZDF-Sportstudio auf. „Wir dürfen uns wieder für das Torwandschießen bewerben”, sagt Chris. „Dann möchten wir aber gegen einen Fußballprofi antreten.”
Schon über 1300 Mal wurde das erste Video der Herner auf Youtube angeklickt. Mit diesem Erfolg haben die vier nicht gerechnet. „Aber durch den Auftritt beim ZDF-Sportstudio sind viele darauf aufmerksam geworden”, sagt Marcel. Nicht alle Kommentare unter dem Video sind nett. Der ein oder andere zweifelt die Echtheit an. „Aber es ist alles echt, wir haben nichts gestellt”, sagt Christoph.









6 Kommentare
Hoffentlich sind diese vier Jugendlichen in der Schule genauso engagiert. "Gut" in Deutsch und Mathe sind für's spätere Leben sicher wichtiger als Fußbälle. Gerade im Ruhrgebiet sind sich nämlich auch viele Ältere nicht darüber im Klaren.
vor allem aber, das gab es schon.
nicht erst seit dem die das video mit der zahnbürste gesehen haben.
naja medien darf man nicht glauben.
Unnötiger Artikel.
http://www.youtube.com/watch?v=SFsHPFhtEYQ
"vor 2 Jahren 11.001.781 Aufrufe"
Remy Gaillard ist damit berühmt geworden. Die Zahnbürstengeschichte klingt vor diesem Hintergrund leicht unglaubwürdig. Aber egal!
Ich glaube, man braucht hier nicht über die schulischen Leistungen der vier Jungs oder über den journalistischen Wert eines solchen Artikels zu diskutieren. Es geht allein um den sportlichen Willen und den Spaß an der Sache. Auch, wenn es diese Idee schon an einer anderen Stelle gegeben haben soll: Man sieht eine solche Begeisterung und Freude in so einer eher ungewöhnlichen sportlichen Art und Weise nicht alle Tage und genau dieser Punkt macht diese Geschichte unterhaltsam. Ein solches sportliches Engagement ist in der heutigen Zeit der "Couchpotatoes" und "Sportmuffel" sehr vorbildlich!
Hervorragend geschriebener Artikel, geniale Idee der vier Jugendlichen. Bestes Beispiel für: es geht auch ohne Gewalt, Alkohol oder Drogen!!
Und die Leistungen in der Schule leiden mit Sicherheit nicht darunter, bei vier so tollen Jungs kommt das Lernen garantiert auch nicht zu kurz!!