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Machtkampf um die Nationalelf: Weitere Eskalation nicht ausgeschlossen - Sport | STERN.DE
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7. Februar 2010, 14:59 Uhr

Weitere Eskalation nicht ausgeschlossen

Der Konflikt zwischen der Führung der Nationalelf und dem DFB ist kaum noch zu lösen. Ein Nachfolger für Joachim Löw stünde bereit. Ein Kommentar von Stefan Osterhaus

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Joachim Löw und Oliver Bierhoff sind für den DFB sind nur im Doppelpack zu haben© Luca Bruno/AP

Ob er über den Sommer hinaus noch Bundestrainer bleibt? Joachim Löw musste einen Moment überlegen, ehe er sagte: "Man muss mal sehen, ob wir dann noch gefragt werden, und ob wir auch zu Gesprächen bereit sind." Im "Aktuellen Sportstudio" erklärte Löw das Dilemma um die nicht zustande gekommene Vertrags-Unterschrift, er versuchte es zumindest. Er tat dies wohl auch, um sich wieder ein Stück weit der "Kommunikationsherrschaft" zu nähern, ohne die man laut DFB-Boss Theo Zwanziger "immer der Verlierer" ist.

Der DFB hat zahlreiche widerspruchslose Unterstützer im Boulevard. Die Positionen von Bierhoff und Löw finden sich dagegen vor allem in der überregionalen Presse wieder. Mittlerweile hat die öffentliche Diskussion eine Schärfe erreicht, die mancher politischen Debatte um den Ankauf von Steuerdaten-CDs zu wünschen wäre. Meinungen gibt es viele, doch in einem Punkt sich alle einig: Die Situation ist verfahren.

Löw bindet sich untrennbar an Bierhoff
Löw hat eine deutliche Position bezogen. Und die macht es nicht leichter, sich dem DFB wieder anzunähern, sofern er seinen bestimmt nicht schlecht dotierten Vertrag über die WM hinaus verlängern möchte. Irritierend ist, dass er sich in einer anderen Angelegenheit eindeutig positioniert hat: Mit seinem Auftritt hat er seinen Verbleib im DFB untrennbar von dem des Nationalmannschafts-Managers Oliver Bierhoff abhängig gemacht. Der hat im Verband eine muntere Karriere hinter sich, die dem Höhepunkt, dem Status der persona non grata, steil entgegen strebt. Zwanziger schiebt Bierhoff vor allem wegen des verlangten Vetorechts bei der Wahl des Bundestrainers die Schuld an den gescheiteren Verhandlungen zu. Ein kluger Winkelzug, denn Löw ist der Mann des Volkes und nicht Bierhoff.

So fällt es Zwanziger leicht, gegenüber Löw Sympathie-Bekundungen abzugeben und Bierhoff gleichzeitig ins Abseits zu drängen. Das Führungsduo scheint zudem schlecht beraten zu sein. Denn schon ein paar Sätze, die ein wenig relativieren, hätten die eigene Position in der Öffentlichkeit verbessern können. "Wir verhandeln jetzt nach der WM, da haben wir dann gute Argumente" - das hätte genügt, um der Angelegenheit etwas von ihrer Schärfe zu nehmen. Doch genau wie sein Vorgänger und ehemaliger Chef Jürgen Klinsmann ist Löw bei Konflikten ein Mann, der die Konfrontation sucht - man erinnere sich bloß an den Rauswurf Kevin Kuranyis, den Streit mit dem Mittelfeld-Duo Frings und Ballack und die Abservierung von Jermaine Jones ("Wir stellen nach Leistung auf, nicht nach Tattoos").

Eskalation nicht ausgeschlossen
Eine Eskalation ist jedenfalls nicht ausgeschlossen: Der Boulevard-nahe DFB hat sich die Absolution schon mal von "Bild" erteilen lassen. Denn da sagt ein verdientes DFB-Mitglied: "Jeder ist ersetzbar." Es war Franz Beckenbauer. Lange suchen müsste der DFB nach einem Nachfolger nicht. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der noch im letzten Jahr in ein heftiges Kompetenz-Gerangel wegen der U21-Nationalmannschaft mit Löw verwickelt war, würde sich wohl ganz gerne fragen lassen. Von Sammer hat man in der aktuellen Diskussion übrigens kein Wort vernommen: Das könnte sich am Ende als die überlegene Strategie herausstellen.

Ein Kommentar von Stefan Osterhaus
KOMMENTARE (10 von 20)
 
iosono (08.02.2010, 17:40 Uhr)
Zwanziger der Fachmann
Er ist mehr eine Art Ehren-Präsident für grosse Reden und Empfänge.
Er hat geglaubt das mit dem Wett-Kontroll-System des DFB und der FIFA das Problem ''Wetten'' so gut wie erledigt ist in den europäischen Ligen.Was ist denn das für eine Denkweise in einer globalisierten Welt und ihren technischen Möglichkeiten?
Er erzählt Uns in seinen ersten Reaktionen das Robert Enke ein Vorbild für Uns alle ist-bei allem Respekt vor Robert,ein Vorbild ist er nicht.
Was ist denn das für ein Präsident?
Und Löw könnte das 3-Fache verdienen in der Türkei-soviel zur Raffgier.
Danke BILD,verblödet UNS weiter
iosono (08.02.2010, 17:32 Uhr)
völlig egal
was Bierhoff verlangt hat.Im DFB sitzt eine Ratte.Und niemanden im DFB scheint das wichtig zu sein.
Mein Gehalt verhandelt die IG BCE und da wird auch erstmal was gefordert was am ende nie erreicht wird-Verhandlungssache eben.Warum soll Bierhoff nicht im Namen des ganzen Teams verhandeln dürfen?Ist doch besser für den DFB als mit jedem Trainer und Co-Trainer einzeln.Oliver Kahn versteht das nicht?Die Zeiten ändern sich eben.
chatahootchee (08.02.2010, 14:26 Uhr)
MANN OH MANN
80 Millionen Fussballexperten in D, die Krone davon hier beim Kommentieren. Und dann stellt man sich mit Sammer, Voigts ein grandioses Armutszeugnis aus. Der Alte-Herren-Verband DFB hat sich doch selbst ein Bein gestellt, die Konkurrenz wird's freuen. So'ne Zwanziger Diskussion in die Oeffentlichkeit zu bringen, grenzt an sportlichen Hochverrat.
LaoLu (08.02.2010, 13:03 Uhr)
Samma, na_bitte_geht_doch,
geht's noch?
Berti hatten wir schon mal, oder kriege ich da was durcheinander?
LaoLu (08.02.2010, 12:41 Uhr)
Funktionäre
Auf chinesisch heißt zwanzig er she.

Wobei das er wie ar ausgesprochen wird.
wohliver (08.02.2010, 10:56 Uhr)
Neuanfang
Früher hieß es mal, es sei eine Ehre für Deutschland zu spielen bzw. die Nationalmannschaft zu trainieren. Das nimmt man den derzeitigen Akteuren ohnehin nicht mehr ab. Löw und Bierhoff haben dem ganzen nun die Krone aufgesetzt.

Man fragt sich sowieso, warum Löw Trainer der Nationalmannschaft ist-- wir haben doch viel kompetentere Trainer in Deutschland. Es wird Zeit für einen Neuanfang. Schluss mit der Ära Klinsmann und ihren Nachwirkungen!
na_bitte_geht_doch (08.02.2010, 02:35 Uhr)
Berti Vogts als Nachfolger....
wenn der DFB denn schon einen ausgewiesenen Top-Fachmann als naechsten Bundestrainer verpflichten moechte - Berti Vogts waere ein solcher - im Gegensatz zu DFB-Sportdirektor Matthias Sammer.
Julian2225 (07.02.2010, 23:36 Uhr)
Weltmeister oder bye bye!
Sammer kann derzeit beim DFB vom fachlichen her niemand das Wasser reichen und genau der soll nun uebergangen werden? Von Bierhoff? Nee du!
Loew ist ok, immer nett gekleidet und nicht so gespraechig aber wenn das nur mit Bierhoff geht, well, bad luck!
Wenn sie Weltmeister werden wird das ganze allerdings anders aussehen. Das weiss auch Zwanziger und der will wohl sehen wohin die Reise geht bevor er Bierhoff einen Freibrief ausstellt!
xh9o (07.02.2010, 22:40 Uhr)
...
sammer noch vor der wm - da wäre natürlich endlich schluß mit dieser dfb schnarchnummer. die presse würde sich freuen undich mich auch. löw ist nicht der schlechteste coach, aber schon eine naja, fachlich eher dezente und alles in allem leider auch zu eitle nummer. hitzfeld spätestens direkt nach der wm wäre wohl die ideallösung.

und über bierhoff hat es sich noch nie sonderlich gelohnt, ein wort zu verlieren. bei seinen toren wurde er meist angeschossen, und dass er zu 90% aus billigem kalkül besteht, wen regt das noch auf.
Pijey (07.02.2010, 22:26 Uhr)
@Johann58
Giselbert hat zu 100% recht. Man muß sich wirklich fragen was in den Köpfen von diesen möchtegern Weltfussballern vorgeht.
Seit Bierhoff im Dienst des DFB steht ist ständig irgendwelcher Zoff rund um den Fussball. Das hat man auch im DFB erkannt. Nehmen wir mal als Beispiel die ganzen Einmischungen in die Vereinsarbeiten. Da hat sich ja nicht NUR Bayern zu Wort gemeldet, auch Magat, Allofs, Völler und div. andere Vereine, zu recht. Für was und wen hält er sich eigentlich? Für einen Messias!
Der ganze Zoff um Kahn seinerzeit wurde von Biehoff inszeniert um Lehmann zu platzieren, deren Weiber ja bekanntlich zusammen schmusen.
Und dann noch die unsägliche Geschichte mit Nike beim DFB. Da hat Rummenigge recht mit der Starnberger Connection. Da gründet ein Bierhoff eine Firma mit dem Nike Boss Europe in Satrnberg als Nike Vertretung Europa und prompt bekommt der DFB eine Nike Offerte. Mich würde interessieren was Bierhoff daran verdient hätte.
Der bekommt den Hals nicht voll und überschätzt sich maßlos. Im DFB ist man eben vorsichtiger geworden was die Personalie Bierhoff betrifft und das ist gut so. Sammer hat bisher top Arbeit bei dem Nachwuchs geleistet und nun will Bierhoff ihm diesen Bereich streitig machen, wieso? Er will den Bundestrainer bestimmen, wieso? Sein Ziel ist es wie schon unter Klinsmann, seine persönlichen Freunde und Interessen dort zu platzieren, nicht mehr und nicht weniger, die dann so gezielt ausgesucht sind das er mehr oder weniger untentbehrlich wird. Er will die komplette Macht im DFB. Diese Handschrift ist klar und deutlich zu erkennen. Nur Zwanziger ist ausgebildeter Jurist und nicht auf den Kopf gefallen. Es wird allerhöchste Zeit sich von Bierhoff zu trennen und wenn Löw seine Anwesenheit von Bierhoff abhängig macht, bitte, dann geht er eben auch, wie die Anderen im Trainerteam. Ich befürchte es wird nur Einer übrig bleiben der bleibt und das ist Flick. Der ganze Rest ist privat und persönlich verbandelt und wenn sie blieben kämen noch welche von diesem Bunde dazu. Unerträglich dieses Geschacher und vor allen Dingen zu durchsichtig.
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